Kaiser und Kaiserin durchschritten das prachtvolle Portal des Neubaus, begleitet von Prinzen, Prinzessinnen und dem gesamten kaiserlichen Hofstaat. Was sich an jenem Oktobertag 1907 am Pariser Platz vollzog, war weit mehr als eine schlichte Hoteleröffnung; das Ereignis glich einem Staatsakt. Wilhelm II., seiner Zeit in der Kunst der stilvollen Repräsentation weit voraus, weihte Berlins nobelstes Grandhotel zur besten Medienzeit ein. „Tadellos!“, lautete sein kaiserliches Urteil. Das Adlon war damit geadelt, und eine unvergleichliche Hotelgeschichte nahm ihren Anfang.
Begleiten Sie uns auf eine Zeitreise durch die Historie des Hotel Adlon Kempinski Berlin.
Kaiser Wilhelm II. sicherte Lorenz Adlon seine persönliche Protektion zu, als dieser am Pariser Platz den Grundstein für das Flaggschiff der deutschen Hotellerie legte. Während dies historisch verbürgt ist, ranken sich um das Haus zahllose Legenden und Anekdoten, wie es einem traditionsreichen Grandhotel von Weltruf gebührt.
Das Adlon war von Beginn an nicht nur das erste Haus am Platze, sondern auch das modernste: Hier logierte man nicht allein luxuriös, sondern zelebrierte das gesellschaftliche Leben der Metropole. Staatsmänner, gekrönte Häupter und weltberühmte Künstler gaben sich die Klinke in die Hand. Die Gästeliste der ersten Jahrzehnte liest sich wie ein Who’s Who der Kaiserzeit und der Weimarer Republik.
1905 - 1907
Lorenz Adlon, Mainzer Gastronom mit visionärem Weitblick, erwirbt 1905 das geschichtsträchtige Palais Redern zwischen Unter den Linden und der Behrenstraße. Nach dessen Abriss errichten die Architekten Carl Gause und Robert Leibnitz in nur zweijähriger Bauzeit das Hotel Adlon. Leitmotiv ist Adlons berühmte Maxime: „Im Adlon wohnt man nicht. Im Adlon will man sein.“
26. Oktober 1907
Kaiser Wilhelm II. eröffnet das Hotel Adlon im Rahmen eines feierlichen Staatsakts. Die Bausumme beläuft sich auf die seinerzeit astronomische Summe von 17 Millionen Goldmark, was nach heutiger Kaufkraft rund 400 Millionen Euro entspricht. Die kühne Investition zahlt sich aus: Das Haus etabliert sich augenblicklich als gesellschaftliches Zentrum für Hochadel, Politik und Kultur.
1921
Lorenz Adlon erliegt den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls am Brandenburger Tor. Das Haus geht an seine älteste Tochter Anna Förster und deren jüngeren Bruder Louis Adlon über. Am Silvesterabend desselben Jahres lernt Louis seine spätere Ehefrau Hedda kennen, die das öffentliche Bild des Hauses über Jahrzehnte hinweg maßgeblich mitprägen sollte.
1925 - 1930
In den Goldenen Zwanzigern zieht Berlin jährlich bis zu 1,7 Millionen Reisende an. Für die internationale Hautevolee führt der Weg unweigerlich an den Pariser Platz. Zeitgenössische Reiseführer sind sich einig: Das Adlon ist weit mehr als eine Luxusherberge, es ist eine Institution von weltweiter Strahlkraft.
Ab 1933
In den politisch bewegten Vorkriegsjahren bleibt das Adlon ein diplomatischer Dreh- und Angelpunkt und wahrt hinter seinen Mauern weitgehend den Ruf als weltoffener, neutraler Treffpunkt im Herzen der Reichshauptstadt.
April 1945
Während der Schlacht um Berlin bleibt das Gebäude weitgehend intakt; lediglich die Erdgeschossfenster werden zum Schutz verbarrikadiert. Die repräsentativen Räume dienen in den letzten Kriegswochen als Lazarett zur Versorgung Hunderter Verwundeter.
Mai 1945
In der Nacht zum 3. Mai 1945 bricht ein verheerendes Feuer aus, das das Hauptgebäude bis auf einen Seitenflügel an der Behrenstraße zerstört. Auch Louis Adlon überlebt die Kriegswirren nicht; er stirbt kurz nach seiner Festnahme im Mai 1945.
Ab Juni 1945
Vom unerschütterlichen Geist des Personals getragen, wird der erhaltene Seitenflügel hergerichtet und der Gastronomie- sowie Beherbergungsbetrieb im kleinen Rahmen wieder aufgenommen.
Als der Krieg vom prachtvollen Adlon nur den rückwärtigen Wirtschaftsflügel übrig ließ, bedeutete dies keineswegs das Ende der Hotellegende.
2. Dezember 1949
Die Liegenschaft wird enteignet. Der verbliebene Trakt wird in den Folgejahren als volkseigener Hotelbetrieb „VEB Hotel Adlon“ fortgeführt.
1955
Basierend auf der Autobiografie von Hedda Adlon lässt Regisseur Josef von Báky das Flair der Vorkriegsjahre im Kinofilm „Hotel Adlon“ wieder aufleben.
1964 – 1970er Jahre
Nach einer Fassadenrenovierung dient das Haus weiterhin als Beherbergungs- und Gastronomiebetrieb. Trotz der Mangelwirtschaft im Ostteil der Stadt halten die Angestellten alte Tugenden aufrecht, sodass Pagen und Hausdiener Gäste weiterhin in den traditionellen Uniformen der 1930er Jahre empfangen. In den 1970er Jahren wird das Gebäude schließlich zu einer Lehrlingsunterkunft für den Hotelnachwuchs umfunktioniert.
1984
Das Politbüro der SED beschließt den endgültigen Abriss des geschichtsträchtigen Baus. Die Sprengung der verbliebenen Originalsubstanz erfolgt noch im selben Jahr.
1995 bis 1997
Nach den Entwürfen des renommierten Berliner Architekturbüros Patzschke, Klotz & Partner entsteht am historischen Standort ein Neubau, der die klassische Architektursprache des Originals aufgreift und zugleich modernsten technischen Ansprüchen genügt. Finanziert wird das Vorhaben durch die Fundus Fonds-Verwaltungen GmbH, während Kempinski als Betreibergesellschaft die operative Führung übernimmt. 1996 dreht Percy Adlon den Fernsehfilm "In der glanzvollen Welt des Hotel Adlon".
23. August 1997
Im Beisein von Bundespräsident Roman Herzog und Hoteldirektor Gianni van Daalen wird das neue Hotel Adlon Kempinski Berlin unter weltweiter medialer Aufmerksamkeit feierlich eingeweiht.
Seit dem 23. August 1997 knüpft das Hotel Adlon Kempinski Berlin an seinem angestammten Platz an den Glanz früherer Tage an. Binnen kürzester Zeit avancierte das Haus am Brandenburger Tor erneut zum bevorzugten Refugium für Staatsgäste, Wirtschaftsführer und Künstler aus aller Welt. Durch kontinuierliche Investitionen und behutsame Neuerungen setzt das Haus bis heute Maßstäbe in der internationalen Luxushotellerie.
2000
Am 29. Februar eröffnet das Fine-Dining-Restaurant Lorenz Adlon Esszimmer unter der kulinarischen Leitung von Karlheinz Hauser und wird bereits ein Jahr später mit seinem ersten Michelin-Stern ausgezeichnet. Im selben Jahr empfängt auch die beliebte Sommerterrasse vor dem Haus mit 170 Plätzen und unverstelltem Blick auf das Brandenburger Tor erstmals ihre Gäste.
2003 – 2004
Mit dem Bau des Adlon-Palais gewinnt das Hotel einen zweiten, 450 Quadratmeter großen Ballsaal, moderne Konferenzbereiche sowie den exklusiven China Club und das Club-Restaurant Felix hinzu. Im Mai 2004 ergänzt die neu erbaute Residenz an der Behrenstraße das Portfolio um weitere 69 luxuriöse Zimmer und Suiten.
2006
Neben dem Ausbau von 48 Gästezimmern zu 24 großzügigen Suiten wird mit der Imperial Suite die dritte Präsidenten-Suite des Hauses eingeweiht. Seit Juli 2006 ziert zudem der charakteristische weinrote Baldachin das Hauptportal.
2011 – 2012
Unter Küchenchef Hendrik Otto erkocht das Lorenz Adlon Esszimmer 2011 den zweiten Michelin-Stern, den das Restaurant über mehr als ein Jahrzehnt hinweg erfolgreich verteidigen kann. Im Oktober 2012 öffnet der 900 Quadratmeter große Luxus-Spa-Bereich des Hauses unter der Regie von Resense seine Türen.
2013
Das gastronomische Repertoire erweitert sich um das Restaurant SRA BUA mit zeitgenössischer asiatischer Aromenküche. Die Räumlichkeiten werden 2021 unter dem Namen „1907“ zu einer facettenreichen Event-Location mit Showküche, Wandgarten und eleganter Glaskamin-Bar umkonzipiert.
2016
Rechtzeitig vor dem bevorstehenden 20. Jubiläum des Hauses wird das Erdgeschoss grundlegend umgestaltet. Mit einem Investitionsvolumen von sechs Millionen Euro erhalten Lobby und Empfangsbereich ein modernes Interieur sowie ein innovatives Beleuchtungskonzept, das den historischen Charakter stilvoll betont.
2018
Die Veranstaltungsebene erfährt eine grundlegende Verjüngung: Der geschichtsträchtige Ballsaal wird komplett renoviert und in eine zeitgemäße, multifunktionale Eventfläche transformiert. Ausgestattet mit erlesenen Kronleuchtern aus der Murano-Manufaktur Venini, Teppichböden der Manufaktur Tai Ping im Versailles-Parkett-Design und Wandspiegeln in Verre-Églomisé-Technik verbindet der Raum seither historische Grandezza mit modernster Veranstaltungstechnik.
2022
Zeitgleich mit dem weltweiten 125-jährigen Firmenjubiläum von Kempinski Hotels zelebriert das Hotel Adlon Kempinski Berlin am 23. August sein 25-jähriges Bestehen seit der Wiedereröffnung mit einer Serie festlicher Veranstaltungen.
2023
Die im Zuge der Lobbyneugestaltung geschaffene Cigar Lounge im Erdgeschoss erhält ein neues Gesicht: Inspiriert von ihrer unmittelbaren Nähe zum Wahrzeichen des Hauses firmiert sie fortan als stilvolle Elephant Bar mit erweitertem Genussangebot.
2024
Nach achtmonatiger Kernsanierung präsentiert sich der Adlon Pool in neuem Glanz. Der aufwendig revitalisierte Wellnessbereich bietet Gästen einen stilvollen Rückzugsort für Erholung und Regeneration auf höchstem Niveau.
2025
Das Lorenz Adlon Esszimmer blickt auf 25 Jahre kulinarische Spitzenklasse zurück. Unter der Leitung des Spitzenkochs Jonas Zörner begeistert das Gourmetrestaurant weiterhin mit anspruchsvoller Haute Cuisine und wird im Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet.
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