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Hoher Frauenanteil im Kempinski Hotel Frankfurt
1. März 2019
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Frauenquote

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Neu-Isenburg, 1. März 2019 – Im Kempinski Hotel Frankfurt haben Frauen das Sagen: der Anteil weiblicher Mitarbeiterinnen beträgt in dem Fünf-Sterne-Luxus-Resort 51 Prozent. „Wir arbeiten nicht bewusst auf eine hohe Frauenquote hin, aber ich bin trotzdem stolz darauf”, sagt Karina Ansos (46), Direktorin des Kempinski Hotel Frankfurt, zum bevorstehenden Weltfrauentag am 8. März. Mit Blick auf die Karriere von Frauen in Spitzenpositionen fordert Ansos ein Umdenken in der Hotellerie: Frauen müsse die Möglichkeit geboten werden, nach der Elternzeit in eine vergleichbare Position zurückzukehren.

„Als ich als Direktorin im Kempinski Hotel Frankfurt angefangen habe, hatten wir mehr männliche Mitarbeiter in Führungspositionen”, sagt Karina Ansos. In dem Luxushotel sind derzeit 171 Mitarbeiter beschäftigt, davon 87 Frauen und 84 Männer. In Führungspositionen arbeiten neun Männer und sechs Frauen. Anne Hielscher (39) ist eine von ihnen, seit Anfang 2018 ist sie Director of F&B. Das bedeutet: lange Arbeitszeiten und flexible Schichten. „In meinem Umfeld stoße ich damit nicht immer auf volle Akzeptanz“, sagt Anne Hielscher. Sie höre oft: “Findest du nicht, dass du mit zwei Kindern zu viel arbeitest?”. Hoteldirektorin Ansos möchte Mitarbeiterinnen mit Kind die Chance bieten, in Spitzenpositionen arbeiten zu können. Die Branche müsse umdenken, ist Ansos der festen Überzeugung. „Früher wurden Frauen bestraft, wenn sie nach der Elternzeit wieder in den Betrieb zurückkamen.

Viele durften nur in Jobs mit geringer Verantwortung arbeiten.” Gabriele Gath (57) geht in ihrem Beruf richtig auf. Seit 2006 ist sie als Technische Leiterin für sämtliche handwerklichen Belange im Hotel verantwortlich. Ihr Team besteht aus 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Handwerker, Elektriker, Maler – die meisten von ihnen sind männlich. Für ihr Team sei es nie ein Problem gewesen, eine Frau als Vorgesetzte zu haben. Trotzdem sagt Gath: „In meiner Position werden Frauen nicht als selbstverständlich angesehen – leider immer noch nicht.“

INTERVIEW

Frau Ansos, wie stolz sind Sie, dass in Ihrem Hotel mehr Frauen als Männer arbeiten?

Ansos: Es freut mich natürlich. Wobei ich dazu sagen muss, dass wir nicht bewusst auf eine hohe Frauenquote hinarbeiten. Generell sollte in allen Abteilungen eine gewisse Ausgewogenheit herrschen.

Gibt es einen Grund, warum gewisse Führungspositionen von Frauen besetzt sind?

Ansos: Nein. Ich habe auch gar kein Problem, einen Mann einzustellen. Ich glaube jedoch, dass Frauen in gewissen Abteilungen und Positionen schon ein bisschen mehr die Balance halten zwischen Wertschätzung und Antrieb. Frauen sind wesentlich feinfühliger und rationaler, wenn es um Entscheidungen geht.

Gath: Ich denke, wir Frauen sind bestimmt sachlicher.

Ansos: Im Privaten ist das noch mal anders, da spielt die Bauchentscheidung eine große Rolle.

Hielscher: Bei mir spielt das Bauchgefühl immer eine Rolle. Das ist wahrscheinlich vom Typ abhängig.

Gath: In der Technik kannst du schlecht nach Gefühl gehen. Entweder ist etwas heil oder kaputt. Ich denke, dass sich Frauen mehr den Kopf zerbrechen, wenn etwas nicht funktioniert.

Frau Gath, Sie sind seit 2006 Technische Leiterin im Kempinski Hotel Frankfurt. Können Sie sich noch daran erinnern, wie Ihre männlichen Kollegen auf Sie reagiert haben?

Gath: Es war für meine Kollegen nie ein Problem. Als ich im Team als Mitarbeiterin angefangen habe, bekam ich einen großen Blumenstrauß auf den Tisch gestellt. Die Kollegen standen voll hinter mir, auch, als ich Jahre später zur Leitung aufgestiegen war. Außerhalb habe ich eine gewisse Skepsis wahrgenommen. Viele Männer sind nach wie vor erstaunt, wenn sie plötzlich eine Frau am Telefon haben, die ihnen mit technischem Wissen entgegentritt.

Haben Sie jemals das Gefühl gehabt, mit Ihrem Fachwissen punkten zu müssen, um ernst genommen zu werden?

Gath: Definitiv. Man darf sich keine Schwächen erlauben.

Und Männer dürfen das?

Gath: Männer erfahren sicherlich noch mal eine andere Akzeptanz. In meiner Position werden Frauen nicht als selbstverständlich angesehen – leider immer noch nicht.

Frau Hielscher, Sie sind seit Anfang 2018 Director of F&B. War das Ihr Ziel?

Hielscher: Ja. Ich habe Köchin gelernt, wollte aber immer schon in dieser Position arbeiten.

Ist es als Frau noch mal schwieriger, sich auf diese Position hochzuarbeiten?

Hielscher: Als Frau weiß ich nicht, als Mutter ja.

Warum?

Hielscher: In unserer Gesellschaft ist es nach wie vor so, dass die Mehrheit der Frauen Teilzeit arbeitet und Männer die Vollverdiener sind. Ich arbeite ganztags und stoße in meinem Umfeld damit nicht immer auf volle Akzeptanz. Ich höre oft: „Findest du nicht, dass du mit zwei Kindern zu viel arbeitest?“

Ansos: Die Arbeitgeber müssen umdenken. Du kannst Karriere und Familie unter einen Hut bringen. Ich finde es gut, dass bei uns im Hotel auch die Männer zu uns kommen und Elternzeit fordern. Wenn wir uns einschränken würden, wäre Anne nicht Director of F&B und ich hätte keine Person, die sich mit dem Haus so sehr verbunden fühlt. Früher wurden Frauen bestraft, wenn sie nach der Elternzeit wieder in den Betrieb zurückkamen. Viele durften nur in Jobs mit geringer Verantwortung arbeiten.

Laden Sie zu Vorstellungsgesprächen tendenziell mehr Frauen ein?

Ansos: Ich glaube, es hält sich die Waage, aber auf gewissen Positionen in der Hotellerie gibt es immer noch mehr weibliche Bewerbungen. Sales und Bankett-Verkauf sind solche Klassiker.

Hielscher: Bei mir ist es anders. Ich habe keinen einzigen weiblichen Abteilungsleiter. Ich würde gerne mehr Frauen zum Gespräch einladen, aber es bewerben sich meistens nur Männer.

Für weitere Presseinformationen:

Karina Ansos | General Manager
Kempinski Hotel Frankfurt
Graf zu Ysenburg und Büdingen Platz 1
63263 Frankfurt / Neu-Isenburg

BALLCOM GmbH
Heike Fauser
Tel: 06104 669813
E-Mail: hf@ballcom.de

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