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DIE GESCHICHTE DES GRAND HOTELS KEMPINSKI HIGH TATRAS

Das heutige Grand Hotel Kempinski High Tatras besteht aus drei miteinander verbundenen, historischen Gebäuden, die über einen Zeitraum von 34 Jahren am Tschirmer See gebaut wurden. ‚Jánošík‘ (1893), ‚Kriváň‘ (1906) und ‚Hviezdoslav‘ (1923) unterscheiden sich stark in ihrem architektonischen Ausdruck – vom historischen Design bis hin zum modernen Stil der 20iger Jahre. Zusammen lassen sie den Eindruck einer kuriosen Konstruktion mit verschiedest geformten Dächern entstehen, in dem sich das Bergpanorama der umgebenen Tatra-Berge widerspiegelt.

Das älteste der drei Gebäude ist ‚Jánošík‘ und wurde 1893 erbaut. Joseph Szentiványi ließ es für seinen Privatgebrauch errichten und nannte es ‚Villa Joseph‘. Diese romantische Villa, mit seiner reich mit Malereien und Holzschnitzereien verzierten Fassade und seinem üppig eingerichteten Inneren war ein beliebtes Urlaubsziel vieler Adligen. Unter den zahlreichen Gästen waren mehrere Familienmitglieder aus den Häusern Habsburg und Coburg, der serbische König Milan und viele andere.

Nach der Gründung der Tschechoslowakei 1918 wurde das Gebäude nach dem slowakischen Volkshelden ‚Jánošík‘ umbenannt. In den folgenden Jahren wurden weiter Gebäude der ursprünglichen Villa hinzugefügt, unter anderem das 1906 fertiggestellte ‚Kriváň’ und 1923 ‚Hviezdoslav’.

‚Kriváň’ war seinerzeit eines der drei führenden Grand Hotels in der Tatra. Das Projekt entstand unter der Leitung des bekannten Architekten Guido Höpfner in Zusammenarbeit mit Géza Györgyi während der Belle Époche, einer Epoche, in der der Sezession-Stil dominierte. Daher wurde das Hotel sowie seine Einrichtung in diesem Stil konzipiert. Das Hotel beinhaltete schon damals einen Spa. Erzherzog Karl Stephan von Österreich und seine Familie waren unter den ersten Gästen des Grand Hotels; er war besonders von der imposanten Eingangshalle und dem Restaurant beeindruckt. Nach 1918 hieß das Hotel in ‚Kriváň’, benannt nach dem slowakischen Gipfel.

Das ‚Grand Hotel Hviezdoslav’ wurde 1923 eröffnet und trug den Namen des größten slowakischen Dichters. Die Innenausstattung wurde vom Rondo-Kubismus, des tschechischen Stils der Zeit, beeinflusst. Noch vor der Austragung der FIS Weltmeisterschaft 1935 wurde das alte Touristenrestaurant durch ein neues, französisches Restaurant mit Bar ersetzt und wurde einstimmig von Kritikern als einzigartig in der Tatra gelobt.

Seit 1953 wurde der Hotelkomplex als Sanatorium genutzt und wurde mehr und mehr vernachlässigt, bis es schließlich wegen Baufälligkeit ganz geschlossen werden musste.

2003 begann der Architekt Peter Černo mit einer umfassenden Studie und sorgfältigen Plänen, um dem früheren ‚Hviezdoslav‘ wieder zu seinem alten Glanz zu verhelfen. Das Ziel des Projektes war es, die seit 1963 unter Denkmalschutz stehenden Gebäude in ein Luxushotel zu verwandeln. Zugleich musste das Hotel den hohen Ansprüchen und Erwartungen der zukünftigen Management Company Kempinski gerecht werden. Das äußere Erscheinungsbild sollte möglichst dem Original entsprechen, daher recherchierte Černo gewissenhaft in vielen Archiven, um mit historischen Bildern und anderen Dokumenten die verschiedenen Gebäude so originalgetreu wie möglich zu rekonstruieren und zu renovieren.

Die Grundsanierung des Hotels war ein sehr schwieriger und langwieriger Prozess und dauerte mehr als vier Jahre. Der Komplex befindet sich inmitten des Tatra Nationalparks und untersteht als nationales Monument dem Denkmalschutz.

Die Rekonstruktion des Grand Hotel Kempinski High Tatras wurde von der Europäischen Union unterstützt.

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