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200 Jahre Marianne von Preussen - 09. Mai 2010

Eltville, 26. April 2010 - Sie war anspruchsvoll und schön, sensibel und eigenwillig und ihrer Zeit um viele Jahre voraus: Marianne der Niederlande aus dem Hause Nassau Oranien. Geboren wurde sie am 09. Mai 1810 in Berlin, verheiratet 1830 mit ihrem Cousin Albrecht von Preussen, dem jüngsten Sohn des preußischen Königs....

26.4.2010
 

...Fünf Kinder schenkte Marianne ihrem Albrecht, 3 überlebten und die Ehe der beiden ungleichen Partner war ein nicht enden wollendes Desaster. Er ging fremd, sie ihrer Wege, bis es dann 1845 zum endgültigen Bruch kam. Beide wollten die Scheidung, doch bis sie endlich ausgesprochen wurde, sollten 5 Jahre vergehen. Ein Skandal war der Auslöser, den Marianne auslöste. Im Alter von 39 Jahren erwartete die Prinzessin ihr 6. Kind. Der Vater, Mariannes Leibkutscher Johann von Rossum, war ebenfalls verheiratet.
Mariannes Scheidung, mit der die lebenslange Verbannung vom Königshof und die Fernhaltung von den gemeinsamen Kindern einherging, war für die unkonventionelle Frau ein Be-freiungsschlag. Zusammen mit Sohn Johann Wilhelm und seinem Vater bereiste sie die Welt, stets auf der Suche nach Kunstschätzen, denen ihre ganze Bewunderung galt. Die römische Villa, die man 1852 bezog, war vollgestopft damit. Dann kam das Heimweh.
Im Jahre 1855 kehrte Marianne nebst Familie nach Deutschland zurück und erwarb eine Immobilie am Rheinufer von Erbach, zu der auch umfangreiche Ländereien und Weingüter gehörten: Schloss Reinhartshausen, heute Schloss Reinhartshausen Kempinski. 1801 erbaut und dank Mariannes Großzügigkeit heute noch ein prachtvolles, reich mit Kunstgegenständen und wertvollen Bildern ausgestattetes Anwesen. Mariannes Sammlung aus Rom ließ die Prinzessin komplett überführen. Darunter waren auch 8 Säulen aus dem Palast des Kaiser Nero in Rom. Sie wurden kurzerhand ins Schloss integriert.

 

Sohn Johann Wilhelm wuchs bürgerlich auf und wurde als Schlosserbe eingesetzt. Antreten konnte er es allerdings nicht, denn bereits 1861, viele Jahre vor dem Tode seiner Eltern, starb der 12-jährige in den Weihnachtsferien an Lungenentzündung. Er liegt in der Johanneskirche zu Erbach begraben, die seine Mutter der kleinen Rheingaugemeinde stiftete. Marianne selbst starb 1883 auf Schloss Reinhartshausen, 10 Jahre nach ihrem Mann, den die Schwindsucht ereilte. Wie sie gelebt hatten, so wurden beide auch begraben: Nicht standesgemäß. Ihr Grab ist am Rande des Ortsfriedhofs von Erbach zu finden. Bewacht von einem Marmorengel, schlicht und ohne Inschrift.
Dass sich Marianne von Preussen nach ihrer Heimkehr auf der Suche nach einer passenden Immobilie spontan in Schloss Reinhartshausen verliebte, war für das Schloss und die Nachwelt mehr als eine glückliche Fügung. Mariannes Liebe zur Kunst und zu den Menschen, die ihren Lebensunterhalt als Künstler bestritten, ist es zu verdanken, dass Schloss Reinhartshausen Kempinski heute ein lebendiges Forum für Künstler und Kunstliebhaber aus der ganzen Welt ist.
Bis 1987 blieb Schloss Reinhartshausen im Besitz des Geschlechts der Preussen und der Hotelbetrieb wurde 1959 als Gästehaus eröffnet.  Von 1987 bis 1998 ging das Schloss in den Eigentum der Industriellenfamilie Leibbrand über, die es von Grund auf renovieren ließ. Heute gehört das Schloss mit Hotel und Weingut den Freunden von Reinhartshausen. Die Investorengruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, das repräsentative Anwesen gewinnbringend zu betreiben und sich persönlich dafür einzusetzen, dass das Schloss der Nachwelt erhalten bleibt. Mariannes Kunstsammlung ist nicht mehr komplett. Bis heute jedoch verteilt sich ein Großteil ihrer Schätze im Schloss und ist jedermann zugänglich.

 

Presse-Information:

Sebastian Herzog, Hotel Schloss Reinhartshausen
Kempinski, Tel. 06123 – 676 478, www.schloss-hotel.de

 

Dr. Roger Töpelmann, Evangelische Öffentlichkeitsarbeit der EKHN, Propstei Süd-Nassau/ Dekanat Wiesbaden,
Tel. 0611 – 734242 18

 

 Marianne2010.doc

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